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Identifikation über die Seriennummer
Die eingeprägte Nummer1189897ist der Schlüssel zur Historie. Bei Siemens-Geräten erlauben solche Nummern (oft in Verbindung mit einer FD- oder Werk-Nummer) die Rückverfolgung des Produktionszeitraums.Nettoparts.de
 
 
Deutsches Bergbau-Museum Bochum: In der Objektdatenbank finden sich Fotos von Wasserhaltungsanlagen im Einsatz unter Tage.
Suche dort nach "Gliederpumpe" oder "Wasserhaltung"
 
==> Zeche Nachtigall (Witten): Dort ist eine historische Pumpenanlage der Wasserhaltung im Originalzustand erhalten. 

LWL-Museum Zeche Nachtigall

Nachtigallstraße 35
58452 Witten

zeche-nachtigall@lwl.org

Tel:02302 93664-10

  • Bauzeitraum: Basierend auf der Typenbezeichnung und dem Design des Schildes stammt der Motor aus der Hochphase des deutschen Steinkohlebergbaus (ca. 1940er bis frühe 1960er Jahre).
  • Echtheitsbeweis: Die doppelte Einprägung (auf dem Schild und direkt im Gussgehäuse) war im Bergbau Standard, um die Identität des Motors auch nach Jahren unter Tage bei Schmutz und Korrosion zu sichern.
Hinweise zur angeschlossenen Pumpe
Im Bergbau war die Kombination von Siemens-Motoren mit Pumpen spezialisierter Hersteller Standard. Historische Dokumente und Anzeigen belegen folgende Verbindungen:
  • Weise & Monski (Halle/Saale):Diese Firma war einer der bedeutendsten Lieferanten für Bergbaupumpen. Es existieren umfangreiche Bestände an Katalogen und Prospekten zu deren Pumpen in Archiven. Anzeigen aus dieser Zeit werben oft für "Pumpen für Wasserhaltung" in Kombination mit elektrischen Antrieben.
  • KSB (Klein, Schanzlin & Becker):Ebenfalls ein Hauptpartner. In Museen wie demLVR-Industriemuseumfinden sich vergleichbare Siemens-Schuckert-Drehstrommotoren, die oft als Teil solcher Pumpenaggregate in der Industrie eingesetzt wurden.LVR-Industriemuseum +4
Bildmaterial und historische Memos
  • Zeitungsanzeigen & Reklame:Historische Werbematerialien von Weise & Monskizeigen oft die typischen mehrstufigen Kreiselpumpen, die mit Motoren deiner Leistungsklasse (20 kW) betrieben wurden.
  • Museale Exponate:DasDeutsche Bergbau-Museum Bochumzeigt in seinem Anschauungsbergwerk (in 20 Metern Tiefe) originale Maschinen und Aggregate aus dem Bergbaualltag. Dort lassen sich oft identische Motortypen im Verbund mit Wasserhaltungspumpen fotografieren.Bergbau-Museum +2
Hier sind die aufbereiteten technischen Daten und Hintergrundinformationen zu dem abgebildeten Siemens-Schuckert Motor, strukturiert für eine Einbindung in deine Webseite.
Technisches Datenblatt: Siemens-Schuckert Elektromotor
Dieser robuste Drehstrommotor derSiemens-Schuckertwerke (SSW)ist ein klassisches Beispiel für die Antriebstechnik der Schwerindustrie, wie sie im Bergbau des Ruhrgebiets über Jahrzehnte Standard war.
1. Technische Spezifikationen
Basierend auf dem Typenschild lassen sich folgende Kernwerte feststellen:
Merkmal Wert / Angabe
Hersteller Siemens-Schuckertwerke (SSW)
Typenbezeichnung Mot R 154 f / 1500
Seriennummer 1189897
Leistung 20 kW(ca. 27 PS)
Drehzahl 1450 U/min(Umdrehungen pro Minute)
Spannung (Δ / Y) 220 V(Dreieckschaltung) /380 V(Sternschaltung)
Stromstärke 66 A(bei 220V) /38 A(bei 380V)
Frequenz 50 Hz
Leistungsfaktor 0,85
2. Historischer Kontext & Einsatz im Bergbau
Der Motor gehört zur Ära derSiemens-Schuckertwerke, die 1903 gegründet wurden und 1966 in der heutigen Siemens AG aufgingen. Solche Motoren waren aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und Funkenfreiheit (bei entsprechender Kapselung) essenziell für den Untertagebetrieb.
  • Verwendung als Pumpenantrieb: Mit einer Leistung von 20 kW und einer Nenndrehzahl von 1450 U/min (ein typischer Wert für 4-polige Asynchronmotoren bei 50 Hz) eignet sich dieser Typ hervorragend für den Antrieb vonKreiselpumpen.
  • Grubenwasserhaltung: Im Bergbau wurden diese Motoren oft für die Wasserhaltung eingesetzt, um einsickerndes Grundwasser aus den Stollen nach oben zu pumpen.
  • Robustheit: Die Bauweise "R 154" deutet auf ein Gehäuse hin, das für raue Industrieumgebungen ausgelegt ist. Die eingeprägte Seriennummer (1189897) findet sich sowohl auf dem Schild als auch direkt im Gussgehäuse wieder, was eine eindeutige Identifizierung auch bei beschädigtem Schild ermöglichte.
3. Anschlusshinweise (Historisch)
Das Schild zeigt die klassischen Schaltungsschemata für das damalige Stromnetz:
  •  
    220V: Für Netze mit geringerer Spannung (heute kaum noch gebräuchlich).
  • Y 380V: Der Standardanschluss im Drehstromnetz, wobei die Sternschaltung oft auch zum sanfteren Anlauf (Stern-Dreieck-Anlauf) genutzt wurde.
Die Pumpeneinheit: Typische Kombinationen im Bergbau
Ein Motor mit20 kW Leistungund einer Drehzahl von1450 U/minwar das „Arbeitstier“ für die Wasserlogistik unter Tage. Er war in der Regel nicht direkt im Pumpengehäuse verbaut, sondern über eineflexible Kupplungauf einer gemeinsamen Grundplatte mit der Pumpe verbunden.
1. Wahrscheinlicher Pumpentyp: Die Kreiselpumpe
Aufgrund der Drehzahl von 1450 U/min handelt es sich fast sicher um einemehrstufige Hochdruck-Kreiselpumpe(Gliederpumpe).
  • Funktion: Diese Pumpen wurden zurGrubenwasserhaltungeingesetzt. Sie hoben das einsickernde Wasser von einer tieferen Sohle zur nächsthöheren oder direkt an die Oberfläche.
  • Leistung: Ein 20-kW-Antrieb konnte – je nach Stufenzahl der Pumpe – etwa50 bis 100 Kubikmeter Wasser pro Stundeüber eine Höhe von ca. 40 bis 60 Metern fördern.
2. Typische Hersteller (Passend zum Motor)
Im Ruhrbergbau wurden Siemens-Motoren dieser Ära sehr häufig mit Pumpen folgender Firmen kombiniert, die oft in direkter Nachbarschaft produzierten:
  • KSB (Klein, Schanzlin & Becker): Der damals wie heute führende Hersteller, dessen Pumpen oft in blaugrauen Gehäusen neben Siemens-Motoren standen.
  • Weise & Monski: Bekannt für extrem robuste Grubenpumpen, die oft in den Zechen des westlichen Ruhrgebiets (Mülheim/Oberhausen) zu finden waren.
  • Ritz / Halberg: Spezialisten für mehrstufige Hochdruckpumpen für den Bergbau.
3. Woran erkenne ich die Pumpe heute noch?
Falls du nach der physischen Pumpe suchst, die zu diesem Motor gehört, achte auf folgende Merkmale:
  • Gliederbauweise: Die Pumpe besteht aus mehreren hintereinandergeschalteten Gehäusesegmenten (Stufen).
  • Anschlussmaße: Die Welle des Motors (meist 38mm oder 42mm Durchmesser bei dieser Leistungsklasse) muss exakt mit der Wellenmitte der Pumpe fluchten.
  • Grundplatte: Oft sind Motor und Pumpe auf einem schweren gusseisernen Rahmen verschraubt, der die Vibrationen im Stollen dämpfte.
Zusammenfassung "Dieser Siemens-Schuckert Motor bildete das Herzstück eines Pumpensatzes. Gekoppelt mit einermehrstufigen Kreiselpumpe
(z.B. von KSB oder Weise & Monski), sorgte er dafür, dass die Grubenbaue wasserfrei blieben – eine lebenswichtige Aufgabe im Mülheimer Bergbau, um die tiefer
liegenden Flöze vor dem Absaufen zu bewahren."